Jeanot Bruchmann

Warum das Equipment nicht so wichtig ist

Psychologie ist ein spannendes Thema. Psychologie erklärt das Verhalten des Menschen und über genau diese ist zu erklären, wieso man dazu tendiert das haben zu wollen was man grade nicht besitzt. Und auch deswegen finden viele die Ausrede, dass das Bild nicht dem entspricht was man grade haben wollte, weil man Linse und/oder Kamera XY nicht zur Hand hatte. Bis man bei der Fotografie an Grenzen stößt, Grenzen die durch das verwendete Equipment entstanden sind, dauert lange.

Es kommt nicht auf die Megapixelzahl an, wenn Du den Ausschnitt des Bildes im Vorfeld ordentlich gewählt hast und kein DIN A2-Bogen ausdrucken willst.
Es kommt nicht auf die Lichtstärke an, wenn Du bei ausreichendem Licht auf Blende 5,6 gehst, weil da Dein Objektiv an Stärke gewinnt.

Es kommt darauf an, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, die richtigen Einstellungen in der Kamera zu haben und den Auslöser zu drücken. Aber es ist nicht nur das – wenn das alles wäre, würde jeder tolle Fotos aus seinen Sensoren seiner Kameras produzieren. Es ist noch mehr und genau dieses Mehr macht das Bild. Dieses Mehr ist ein Lernprozess, ein Lernprozess weg vom profanen Ablichten eines Subjekts, respektive Objekts zur Komposition eines Gesamtbildes in dem alle anderen Dinge auch passen. Und hier nimmt das Equipment eine weit niedrigere Rolle ein als dem Fotografen lieb ist – denn dann entfällt die Ausrede wieso das Bild nicht gut geworden ist.

Alte Canon FD-Linsen

Ich schieße momentan meine Bilder fast ausschließlich mit diesen alten Canon FD-Linsen. Die Linsen sind annähernd so alt wie ich. Bitte, ich sagte annähernd 😉

Zur Canon FD 50mm 1,8f Linse habe ich besonderes ein Verhältnis. Sie war die Linse die ich bei meiner Spiegelreflexkamera dabei hatte die ich mir als 15 Jähriger zusammensparte. Auch heute, obwohl sie lange in einer dunklen fungusfreundlichen Ecke verweilte, zeigt sie keinerlei Pilz, keinerlei Kratzer und funktioniert wie am ersten Tag.

Natürlich könnte ich zu der Sony A7 ein passendes Objektiv in gleicher Brennweite kaufen, aber… zum Einen kostet das statt 25 Euro (was so eine Canon 50mm 1,8f Linse gebraucht in der Regel kostet) 270 Euro und zum Anderen, besser werden dadurch die Bilder auch nicht. Vielleicht einen kleinen Hauch, der aber bei einem Hobbyfotografen die fast 250 Euro Unterschied nicht rechtfertigt und fast niemandem auffällt.

Oh, pardon… Autofokus, würde ich mir damit erkaufen, den ich bei den manuellen Objektiven natürlich nicht habe. Aber es gibt auch manuelle Linsen von Sony, die vierstellige Beträge kosten. Und Autofokus braucht man nicht zwangsläufig. Sport fotografiere ich nicht, herumtollende Kinder ebenfalls nicht und damals fotografierte man auch diese Gelegenheiten auch mit manuellen Objektiven (nur war da die Auflösung auch anders und über den Film definiert). Okay, Autofokus braucht man bei manchen Gelegenheiten, aber da wäre dann auch die Sony A7 die falsche Kamera zu.

Nun, wie gesagt, es kommt nicht auf das Equipment in dem Maß an, wie wir uns das wünschen, wenn die Bilder nicht so sind wie wir uns das vorstellten. Die richtige Linse, die richtige Kamera ist in der Regel nur Unterstützung und grade am Anfang ist das Konzentrieren auf das Wesentliche wichtiger als Geld in teure Linsen zu pumpen die nicht bessere Bilder machen. Hier ist es sinniger das Fotografieren zu entschleunigen, seine Kamera zu kennen, sie blind bedienen zu können und dann das Bild zu komponieren.

Blickwinkel testen, mal in Schwarzweiß fotografieren, mit der Schärfentiefe spielen. Schauen, was wirkt wie, wenn ich dieses und jenes mache.

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